Inbetriebnahme des Trinkwasser – Hochbehälters

Der Hochbehälter in Bergkirchen wurde nach rund einem Jahr Bauzeit planmäßig fertiggestellt. Nun wurde er in das regionale Wassernetz eingebunden und sorgt für mehr Versorgungssicherheit in Löhne, Hille, Hüllhorst und Bad Oeynhausen.

Statt einer großen Feier sind nur die Bürgermeister Bernd Poggemöller (Löhne), Lars Bökenkröger (Bad Oeynhausen), Michael Schweiß (Hille) und Michael Kasche (Hüllhorst) zur Inbetriebnahme nach Bad Oeynhausen gekommen, um sich ein Bild vom fertigen Hochbehälter zu machen.

„Wir haben lange diesen Tag herbeigesehnt. Durch den neuen Hochbehälter werden wir zwar nicht mehr Wasser zur Verfügung, insgesamt aber eine bessere Versorgungssituation im Sommer haben“, sagt WBV-Verbandsvorsteher Bernd Poggemöller, der dennoch weiterhin empfiehlt, das Trinkwasser mit Bedacht einzusetzen: „Der Hochbehälter ist kein Wundermittel, er ermöglicht uns aber deutlich mehr Spielraum, um Spitzenverbräuche im Hochsommer abzufedern. Auch wenn wir alle nicht wissen, wie heiß und trocken die Sommer in Zukunft werden.“

Ein großer Erfolg, aber kein Grund für Verschwendung

Der neue Hochbehälter 3 fasst in seinen beiden Kammern insgesamt 10.000 m³ und ergänzt die bereits in unmittelbarer Nähe bestehenden Hochbehälter 1 und 2 mit 1.250 m³ und 6.000 m³ Inhalt. Alle Behälter werden als Gegenbehälter betrieben. Das heißt, dass die Versorgung der Verbandsmitglieder und Bürger:innen direkt vom Wasserwerk Südhemmern aus erfolgt. Überschüssiges Wasser wird in den Hochbehältern gespeichert und in Zeiten hohen Verbrauchs in das Leitungsnetz wieder abgegeben. Nachts, wenn der Wasserverbrauch niedrig ist, werden die Behälter wieder aufgefüllt.

„Dieses System funktioniert zu 95% im Jahr zuverlässig – also immer dann, wenn wir normale Wasserverbräuche haben“, sagt der stellvertretende Verbandsvorsteher Lars Bökenkröger. „Und auch mit den zuletzt erreichten Rekordverbräuchen können wir einzelne Tage gut umgehen. Problematisch wird es nur, wenn diese Spitzen über mehrere Tage andauern.“ Denn so ein Hochbehälter ist nicht mal eben innerhalb von wenigen Minuten gefüllt. Rund zehn Tage hat es beispielsweise gedauert, um den neuen Hochbehälter 3 erstmals komplett mit Wasser zu befüllen. „In der Praxis soll der Hochbehälter natürlich nie ganz leerlaufen.“, ergänzt Hilles Bürgermeister Michael Schweiß: „Dafür hätten wir im Sommer gar nicht die Kapazitäten. Diese Wassermengen kann man nur im Winter und Frühjahr und über mehrere Tage liefern, wenn von Bürger:innen und Betrieben weniger Wasser gebraucht wird.“

Reibungsloser Bau – trotz Corona

„Die Bauphase war relativ problemlos“, zieht Hüllhorsts Bürgermeister Michael Kasche eine positive Bilanz. „Weder der Wintereinbruch mit Schnee und Eis noch die Corona-Bedingungen haben für größere Verzögerungen auf der Baustelle gesorgt.“ Auch der Kostenplan von 3,8 Millionen Euro konnte eingehalten werden. Das hohe Bautempo war vor allem wegen des Einsatzes von Stahlbetonfertigteilen möglich. 86 Wandelemente von bis zu 8,20 Metern Länge, 44 Stützen und Riegel sowie 175 Deckenelemente wurden fertig geliefert und vor Ort montiert. „Das ist, vereinfacht gesagt, wie beim Bauen im Kinderzimmer mit den bekannten bunten Bausteinen“, erklärt Bernd Poggemöller scherzend.

Der größte Teil von den beiden großen Wasserkammern mit einem Durchmesser von 36,50 m ist allerdings nicht zu sehen. Er wurde mit Erde bedeckt und wird demnächst noch bepflanzt. Grün werden auch die Dächer des Bauwerks: Auf einer Fläche von 2.150 m² sollen in Zukunft zahlreiche Insekten ein neues Zuhause finden.

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