In allen vier Verbandskommunen des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) „Am Wiehen“ – in Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne – ist die ordnungsbehördliche Verordnung am Mittwoch, den 24.06.2026 in Kraft getreten. Nicht notwendige Trinkwassernutzungen sind damit ab sofort verbindlich untersagt. Die Ordnungsämter kontrollieren die Einhaltung, Verstöße können mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro geahndet werden.
Der Trinkwasserverbrauch lag im Verbandsgebiet des WBV „Am Wiehen“ am 22. Juni mit rd. 19.700.000 Litern und am 23. Juni 2026 mit rd. 19.300.000 Litern weiterhin mit leicht abnehmender Tendenz auf Rekordniveau – die höchste Abgabemenge wurde am Freitag, den 19. Juni 2026 mit 20.200.000 Litern erreicht. Die hohen Verbrauchsmengen bestätigen die Entscheidung der vier Bürgermeister vom letzten Montag: Es braucht verbindliche Regeln, um die Versorgung im Verbandsgebiet des WBV „Am Wiehen“ weiterhin zu sichern. Genau das soll die ordnungsbehördliche Verordnung erreichen: Die Menschen in Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne wurden auf verschiedensten Kanälen über die anstehende Verordnung informiert.
Was ab sofort gilt
Die Verordnung unterscheidet klar zwischen dem, was weiter möglich ist – und dem, was untersagt ist, solange die ordnungsbehördliche Verordnung gültig ist:
Weiterhin möglich ist die Trinkwassernutzung
- zum Trinken und Kochen
- zur Körperpflege und Hygiene
- für medizinische und lebensnotwendige Zwecke
Untersagt ist (mit Trinkwasser)
- die Bewässerung von Rasenflächen, Gärten, Grünanlagen und Sportflächen
- das Befüllen und Nachfüllen von Pools, Schwimmbecken, Teichen und Zisternen
- die Reinigung von Fahrzeugen, Fassaden, Terrassen, Hofflächen, Einfahrten und sonstigen Außenbereichen
Die Bewässerung mit Regenwasser aus Regentonnen oder Zisternen ist weiterhin möglich. Für die Fahrzeugreinigung stehen Waschstraßen zur Verfügung, da sie das genutzte Wasser aufbereiten.
Hotlines in allen vier Verbandskommunen
Die Einhaltung der Verordnung wird durch die Mitarbeitenden der Ordnungsämter kontrolliert. Für Fragen der Menschen vor Ort wurden in Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne jeweils eigene Telefon-Hotlines eingerichtet, die im Laufe des Mittwochs, den 24.06.2026 freigeschaltet werden.

Wie es weitergeht: Zuliefer-Partner und Not-Kooperationspartner helfen
Wie lange dieser Trinkwasser-Ausnahmezustand andauern wird, ist offen. Aufgrund der weiterhin vorliegenden Spitzenverbräuche bleibt die Gesamtsituation angespannt. Dank der besonderen Hilfsbereitschaft der bisherigen Zulieferer und weiterer Versorgungspartner konnten die möglichen Zuliefermengen nochmals erhöht werden, sodass ein weiteres Absinken der Hochbehälter-Pegel kurzfristig verhindert werden konnte. Auch die vorliegende Störung in einer WBV-Rohwasserleitung hat keine Auswirkungen auf die Liefermengen, die Brunnenanlagen des WBV „Am Wiehen“ können zurzeit ihre maximal mögliche Förderleistung erbringen.
Zugleich arbeitet der WBV „Am Wiehen“ daran, die Versorgung auch in Zeiten des Klimawandels dauerhaft zu stabilisieren und noch sicherer zu gestalten. In den vergangenen Jahren wurden bereits die Hochbehälter-Kapazitäten immens erweitert, zudem wurde erheblich in Technik und die Erweiterung der Versorgungsinfrastruktur investiert. Vor allem aber sind weitere Brunnenbauprojekte in Vorbereitung: In Löhne planen die dortigen Stadtwerke einen eigenen Brunnen im Stadtgebiet, in Hille-Südhemmern bereitet der WBV „Am Wiehen“ ebenfalls den Neubau eines weiteren Brunnens vor. Solche Projekte sind jedoch langwierig, da zahlreiche Planungs- und Genemigungsschritte einzuhalten sind.
Dazu WBV-Verbandsvorsteher Michael Kasche: „Bei allen Projekten, die wir in den letzten Jahren gestemmt haben und die noch vor uns liegen, ist noch ein weiterer wesentlicher Punkt zu bedenken: Es gilt das Bewusstsein in der Bevölkerung weiterhin zu stärken, wie wertvoll Trinkwasser ist. Es ist unser Lebensmittel Nr. 1., das weltweit knapper und immer kostbarer wird. Trinkwasser sollte zu keinem Zeitpunkt verschwendet werden. Deshalb freuen wir uns über jeden und jede, die sich hier besonders engagieren.“


