Wo geht das ganze Trinkwasser hin? Trinkwasser-Ampel des WBV „Am Wiehen“ wird erneut auf Rot geschaltet

Aufruf Wassersparen

Der Wasserbeschaffungsverband „Am Wiehen“ hat die Trinkwasser-Ampel mit sofortiger Wirkung für Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne auf Rot geschaltet. Die Versorgung der Menschen im Verbandsgebiet ist weiterhin gesichert. Dennoch ist die aktuelle Situation angespannt: Aktuell werden täglich rund 2,2 Millionen Liter Trinkwasser mehr verbraucht als durch die eigene Förderung und die Zuliefermengen nachgeliefert werden können. Die häufigste Frage, die den Wasserbeschaffungsverband derzeit erreicht, lautet: „Wo geht das ganze Trinkwasser eigentlich hin?“

„Die Antwort ist überraschend einfach: zu uns allen!“, sagt WBV-Verbandsvorsteher Michael Kasche. „Das Wasser verschwindet nicht durch Rohrbrüche, es wird auch nicht zu anderen umgeleitet. Es wird in unseren Haushalten, Gärten und Freizeitbereichen in Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne genutzt – und zwar zeitgleich an diesen heißen Tagen.“

Defizit rund 2.2 Millionen Liter am Tag – ca. 1.500.000 Liter mehr als am Pfingstwochenende
An den aktuellen Hitzetagen gibt der WBV „Am Wiehen“ täglich deutlich mehr Wasser ab, als am gleichen Tag nachgeliefert werden kann. „20.000.000 Liter Wasser werden derzeit an die Kundinnen und Kunden im gesamten Verbandsgebiet abgegeben“, so Michael Kasche. „Zum Vergleich – bei unserer letzten Rotschaltung der Trinkwasser-Ampel am Pfingstwochenende hatten wir ein Defizit von 700.000 Litern, was zur Ampelschaltung beigetragen hat. Deshalb handeln wir jetzt wieder direkt und deutlich – und nicht erst, wenn die Reserven in den Hochbehältern noch stärker abgesunken sind: Hier sind alle aufgefordert, zu helfen.“

Die Versorgung läuft, aber die Reserven werden kleiner
Die Hochbehälter dienen als wichtige Sicherheitsreserve im Versorgungssystem. Sie gleichen Verbrauchsspitzen aus und sorgen dafür, dass jederzeit ausreichend Druck und Wassermengen im Netz zur Verfügung stehen.

Alle verfügbaren Brunnenanlagen des WBV „Am Wiehen arbeiten derzeit mit hoher Leistung. Auch die Vorlieferanten unterstützen den Verband nach wie vor nach Können und Vermögen. Teils werden erneut zusätzliche Trinkwassermengen bereitgestellt, andere Partner mussten jedoch auch ihre Zuliefermengen reduzieren.

Rot bedeutet Vorsorge
Die rote Ampelschaltung bedeutet nicht, dass die Wasserversorgung unmittelbar gefährdet ist. Dennoch ist die Lage ist ernst, und die Abnahmemenge muss deutlich gesenkt werden. „Wir haben genügend Wasser für den normalen täglichen Bedarf“, sagt Kasche. „Unser Problem sind erneut die außergewöhnlich hohen Verbrauchsspitzen. Wenn viele Menschen gleichzeitig ihre Gärten bewässern, Pools nachfüllen oder große Mengen Wasser im Außenbereich nutzen, summiert sich das zu enormen Mengen – dabei wird es auch in den nächsten Tagen weiterhin hohe Temperaturen geben.“

Was jetzt besonders hilft
Der WBV „Am Wiehen“ ruft deshalb dringend dazu auf, größere Wasserverbräuche zu reduzieren. Dazu gehören insbesondere

  • die Bewässerung von Gärten und Rasenflächen mit Trinkwasser
  • die Befüllung oder Nachfüllung von Pools, Zisternen oder sonstigen Behälter mit Trinkwasser
  • die Außenreinigung sowie Fahrzeugwäschen mit Trinkwasser
  • sonstige nicht zwingend erforderliche Trinkwassernutzungen

 

Langfristige Investitionen laufen
Der WBV „Am Wiehen“ investiert seit Jahren in die Versorgungssicherheit im Verbandsgebiet. Dazu gehören die Inbetriebnahme des größten Trinkwasser-Hochbehälters im Jahr 2021, die Inbetriebnahme eines weiteren Brunnens im Jahr 2022, der Bau von Trinkwasser-Verbundleitungen nach Lübbecke und Vlotho in den Jahren 2022 und 2025, die Erweiterung des Trinkwasser-Liefervertrages mit dem WBV Kreis-Herford West im Jahr 2024, die Erneuerung von Brunnenpumpen in 2025 sowie der aktuelle Bau der Rohwasserleitung. „Die heutige Situation zeigt, wie wichtig diese Investitionen sind“, sagt Michel Kasche. „Sie zeigt aber auch, dass Versorgungssicherheit eine Gemeinschaftsaufgabe ist, die alle einbezieht – auch die Bürgerinnen und Bürger.“

Trinkwasser-Ampel im Blick behalten
Die Lage wird täglich neu bewertet. Stets aktuelle Informationen zur Trinkwasser-Ampel finden die Bürgerinnen und Bürger auf den Internetseiten und Social Media Kanälen des WBV „Am Wiehen“, der beteiligten Städte und Gemeinden sowie der Stadtwerke Bad Oeynhausen und Löhne.

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